Schmucktrends
Frühjahr/Sommer – Kollektionen 2013
Schmuckwelt im Wandel


Individuelle Konzepte, neues Understatement und vielfältige Anregungen aus der Mode bringen Schwung in die Schmuckszene
Die Welt ist im Wandel. Nicht nur, weil die Krise der Wirtschaft neue Wege verordnet, sondern auch, weil die Gesellschaft nach anderen Werten sucht.
Was der Schmuckbranche entgegen kommt, denn Werte finden sich hier in vielerlei Hinsicht! Da sind zum einen die reellen, messbaren und in Zahlen auszudrückenden Werte. Schließlich gehörten Gold, Silber, Platin, Diamanten und Farbsteine schon immer zu den bleibenden Schätzen im Wandel der Zeiten. Aber auch ideelle Werte wie Tradition, Kultur und Kunst werden beim Schmuck bewahrt und gepflegt.
Mehr Klassik und weniger Bling Bling
Wie spiegeln sich diese Trends in den aktuellen Schmuckkollektionen wider? Einmal durch die Tendenz zu mehr Klassik. Weniger Gigi und mehr Solidität, weniger Bling Bling und mehr Qualität – das macht Juwelen noch attraktiver. Auch das Thema Understatement wird wieder interessanter – besonders, weil viele Schmuckhersteller ihm mit spannenden Ideen neue Attraktivität verleihen. Schmuck als ein Zeichen von Kultur, das dokumentiert sich vor allem in Deutschland durch eine Designvielfalt, die ihresgleichen sucht und auch in
dieser Saison für Überraschungen sorgt. Zum Glück kommt bei aller Ernsthaftigkeit der Schmuckschaffenden der Spaß nicht zu kurz: Fröhliche, leichte Kollektionen, die zur aktuellen Mode passen und einfach nur Freude machen – sie sind es, die Schwung in die Szene bringen. Dazu gehören die vielfältigen Sammelideen und Wechselsysteme, die Jung und Alt begeistern: Ringe zum Aneinanderstecken, Charms-Bänder, Colliers mit Variationen.
Sie ermöglichen die Individualisierung von Schmuckstücken – ein weiteres wichtiges Thema in dieser Saison.
Spiele mit den Materialien
Gold zeigt sich in seiner ganzen Vielfalt, neben Weiß- und Gelbgold spielt
nach wie vor Rotgold eine wichtige Rolle. Bicolor-Schmuck scheint sein Comeback vorzubereiten: Noch sind die Zeichen verhalten, doch immer mehr Hersteller bieten reizvollen Schmuck in Weiß-Gelb-Kombinationen. Platin, das kostbare Metall mit der zurückhaltenden Ausstrahlung, zeigt sich in neuer Design-Vielfalt. Die Linien schwungvoll, die Ideen frisch, puristische Ausstrahlung mischt sich mit Lebensfreude. Silberschmuck zieht viele Register: er präsentiert sich jung und verspielt, künstlerisch anspruchsvoll oder in spannenden Kombinationen mit farbigen Steinen. Eine feste Größe im Schmuckangebot belegt Edelstahl, ermöglicht er doch die Fertigung von designorientiertem Schmuck zu erschwinglichen Preisen. Edelhölzer und Emaille, Porzellan und Keramik, Glas und Kautschuk – es gibt viele Stoffe, die sich gekonnt an den Schmuck schmiegen und seine Ausstrahlung immer wieder neu verändern.
Diamanten, Farbsteine, Perlen
Gibt es einen „Stein der Saison“, der das sichere Gespür der Trägerin für Mode dokumentiert?
Gibt es natürlich nicht, denn es ist gerade die Mode, die uns Vielfalt vorschlägt.
Wenn Farben genannt werden sollen, dann vielleicht das frische Grün , das in diesem Jahr das modische Violett ablösen kann. Turmaline, Quarze, Peridot, Tsavorith und natürlich der kostbare Smaragd wecken Begehrlichkeit. Oder das strahlende Blau, das – vom Aquamarin bis zum Saphir – den Trend zu mehr Sportlichkeit begleitet. Vielleicht gewinnen auch die sanften, subtilen Farben
das Rennen um die Gunst der Käufer: Steine in „Steinfarben“ wie Grau- und Beigetönen, Hautfarben, zarte Pastellnuancen. Immer zu den Siegern gehören natürlich funkelnde Diamanten, die in der „weißen“ Königsklasse strahlen, aber auch in vielen farbigen „fancy“ Nuancen beeindrucken.
Farbenvielfalt bezaubert ebenfalls bei den Perlen – die sich in beeindruckender Vielfalt und besonders gerne in Kombination mit edlen Steinen sehen lassen. Weil aber die Rückbesinnung auf Klassik und Tradition auch vor dem Thema Perlen nicht Halt macht, wagen wir die Behauptung: Die edle weiße Perlenkette wird sich ebenso ihren Platz am Hals der Damen zurückerobern wie der klassische Perlenring schon längst wieder den Frauen an die Hand gewachsen ist.
Ringe: Solo oder zum Sammeln
Große, dominante Einzelringe, die wie kleine Skulpturen die Finger schmücken, verzaubern in besonderer Vielfalt. Sie besitzen Unikatcharakter, sind wie kleine Persönlichkeiten an der Hand der Dame und unterstreichen den Trend zur Individualität. Auch „Cocktailringe“, ja, aber mit dem Anspruch, mehr als Glamour und Luxus zu vermitteln. Individuelles und überzeugendes Design unterstreicht die Innovationskraft der Schmuckbranche. Neben den Solisten finden sich wunderschöne Modelle, die auch als Duett oder Trio beeindrucken. Wie schön, dass die Trägerin entscheiden kann, ob sie diese Ringe allein oder zu mehreren tragen möchte – die neuen Systeme jedenfalls lassen alle Freiheiten. Auch ein Trend: Ringe, die zu Trägern von Botschaften werden: mit Gravuren außen und innen, mit Symbolen und Zeichen von Freundschaft und Liebe.
Womit wir schon bei den Trauringen wären, die diese Symbolkraft auf die Spitze treiben, auch durch die vieldeutigen Formen und Materialkombinationen. Wunderschöne Ringpaare und Trisets – die Gestaltung reicht von pur bis romantisch – verführen zum Bund fürs Leben. Nicht immer, aber immer öfter begleiten Diamanten den Weg in die Ehe. Sie krabbeln an den Ringkanten entlang, kullern durch einen Tunnel, verstecken sich vielleicht sogar an der Innenseite. Ein Ideenreichtum, der begeistert!
Halsketten und Armschmuck
Nirgendwo hinterlässt die Mode so deutlich ihre Spuren wie bei Ketten und Armbändern.
Lange, mehrreihig getragene Ketten, mit Anhängern, mit Farbsteinen, mit Perlen oder aus großen Gliedern gefertigt, bleiben in diesem Jahr der Lieblingsschmuck trendbewusster Frauen. Wie schön, dass es gerade im Echtschmuckbereich so viele wandelbare Systeme gibt: da kann man aus lang wieder kurz machen, aus der Kette ein Armband. Was nicht heißen soll, dass andere Varianten aus der Mode wären: zarte Kettchen mit kleinen Anhängern, klassische Colliers mit kostbarer Verarbeitung, auffallende Einzelanhänger, gerne in Form von großen Scheiben, bereichern die Kollektionen. Ein typischer Sommerschmuck: breite Reifen für Arm und Handgelenk, die bevorzugt zu mehreren getragen werden. Großflächig aus Silber, Holz, hochwertigen Acetaten, mit buntem Leder überzogen, mit farbigen Steinen geschmückt. Auch Charms und Sammelbänder aller Art bleiben in Mode, aus Silber und Gold gefertigt, mit Brillanten und Farbsteinen.
Ohrschmuck und Broschen
Kleine Stecker und Kreolen gefallen, für Begeisterung sorgen in diesem Jahr
aber vor allem eine Vielfalt von Pendeln am Ohr. Lang oder kurz, aus Edelmetall oder Farbsteinen, mit Perlen und Diamanten verziert, oftmals mit Retro-Charakter im Art Deco-Stil. Zu den „Musts“ gehören auch Perlstecker, die es in zauberhafter Vielfalt gibt.
Ein Geheimtipp auch in diesem Jahr: Broschen, von auffallend und großflächig
bis klein und zart. Die Alleskönner unter den Schmuckstücken belohnen die Kaufentscheidung mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Brillantnadel am Revers beeindruckt ebenso wie das Krabbeltier an der Schulter oder die Riesenblüte am Dekolleté.
Vergessen wir die Herren nicht
Beim Männerschmuck dominieren natürlich die geraden Linien und puristischen Designs. Was die Dinge spannend macht: Materialkombinationen vielfältigster Art, bevorzugt in maskulinem Schwarz. Kautschuk, Emaille, Leder, Ebenholz, Onyx – in der Kombination mit Platin, Gold, Silber oder Edelstahl entstehen aktuelle Kontraste. Das Lederband mit Anhänger um den Hals, der Armschmuck, der Ring mit Initial sind genauso selbstverständlich geworden wie Manschettenknöpfe und Krawattennadeln, die sich, gerade bei Stil bewussten jungen Männern, wieder Terrain erobern.
Zusatzinformation
Frühjahr/Sommer 2013
Zeit-Reisen: Zurück in die Zukunft
Retro-Modelle und die Rückkehr zu mehr Eleganz sind nur ein Trend, mit dem die Uhrenhersteller punkten...
